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OSC Geschichte

Die Geschichte eines Traditionsvereins


zusammengestellt von Frank Loße

Handball hat in Rheinhausen eine sehr lange Tradition. Wirft man einen Blick zurück, so kann man nur feststellen, dass in diesem Duisburger Stadtteil Handballgeschichte geschrieben wurde. Olympiasieger und Weltmeister spielten in den Reihen des Olympischen Sport Club 04 Rheinhausen.

Doch bevor im Hallenhandball die Zuschauer die Hallen stürmten, stand in den Jahren zuvor das Feldhandballspiel als Vorläufer im Mittelpunkt.

Das erste Feldhandballspiel des damaligen TuS Rheinhausen fand bereits 1922 statt. Der TuS schlug den TV Essenberg, mit 1:0. Der TuS Rheinhausen machte auch überregional von sich reden. In den folgenden Jahren wurde aber auch bei TuRa Bergheim, dem TV Jahn Schwarzenberg, Borussia Friemersheim und TuS Friemersheim Handball gespielt.

Bekanntester Feldhandballer dieser Zeit war sicherlich Günter Ortmann. Bei den Olympischen Sommerspielen 1936 in Berlin holte Ortmann, damals noch für Borussia Carlowitz bei Breslau am Ball, die Goldmedaille. Im olympischen Finale schlug die Deutsche Mannschaft die Auswahl von Österreich mit 10:6. 1938 legte er, ebenfalls in Berlin noch einen drauf. Bei der ersten Hallen-Weltmeisterschaft, sowie 2 Monate später bei der Feldhandball WM holte sich die deutsche Mannschaft jeweils die Goldmedaille .Und somit war Ortmann der einzige deutsche Spieler, der jemals in beiden Titelkämpfen Gold holte.

Ortmann, den es dann 1948 über Herford an den Niederrhein verschlug, wurde seinerzeit von den Sportreportern als „Weltbester Mittelstürmer“ tituliert. TuRa Bergheim sowie dem TuS Rheinhausen verhalf Ortmann zu einem großen Ansehen in dieser Region.

1949 war eines der erfolgreichsten Jahre des damaligen TuS Rheinhausen. Der TuS nahm erstmalig an der Endrunde zur Deutschen Meisterschaft teil. Herausragendes Spiel war die Begegnung gegen den RSV Mülheim vor 30.000 Zuschauern im Duisburger Wedau-Stadion. Der spätere Deutsche Meister Mülheim besiegte Rheinhausen mit 8:6.

In 60er Jahren fusionierten der TV Jahn Schwarzenberg und der ESV Friemersheim zum ESV Jahn Rheinhausen. 1970 stieg der ESV Jahn in die Feldhandball-Bundesliga auf und gehörte dieser, unter neuem Vereinsnamen, bis zum Ende des Feldhandballs im Jahre 1973 an.

Am Freitag den 13. August 1971 war es dann soweit. Die Vereinsvertreter des TuS Rheinhausen und ESV Jahn trafen sich und stimmten einer Fusion beider Vereine zu. Um 22.00 Uhr war der neue OSC 04 Rheinhausen geboren.

Im Herbst 1971 startete der OSC Rheinhausen unter Trainer Heiner Stephan in der Hallenhandball-Oberliga. Nach einem zweiten Platz hinter TuSEM Essen nahm der OSC an der Aufstiegsrunde teil. Teutonia Riemke (15:12) und Olympia Köln (15:10) wurden besiegt und Rheinhausen stieg am 5.März 1972 in die Regionalliga auf.
Damals spielte der OSC noch in Rheinkamp
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Im ersten Jahr in der Regionalliga, der Saison 1972/73 musste Trainer Heiner Stephan bereits am 3. Spieltag nach der unnötigen Niederlage in Essen seinen Stuhl räumen. Die Spieler HaDe Schmitz und Hachemi Razgallah in der Doppelfunktion als Spielertrainer landeten mit ihrem Team auf dem zweiten Tabellenplatz und scheiterten anschließend im Halbfinale der Relegation knapp an Bayer Leverkusen.

1973 stieg der OSC in die 1. Handball Bundesliga auf.

Zwar konnte Rheinhausen das Heimspiel mit 23-20 für sich entscheiden, doch das Rückspiel eine Woche später ging mit 17-22 verloren, und man war somit ausgeschieden. Heimspielstätte war bis zum Ende dieser Saison die altehr-würdige „Glückauf–Halle“ in Homberg.

Nicht minder spannend sollte die Saison 1973/74 verlaufen. Mit dem jugoslawischen Trainer Djordje Vucinic landete der OSC am Ende der Meisterschaftsrunde auf dem 1.Tabellenplatz. Nachdem sich die Mannschaft
Heinz Ratschen

im Halbfinale der Relegation gegen Alemania Aachen durchgesetzt hatte, spielte der Club im März 1974 gegen den alten Rivalen Eintracht Hagen um den Aufstieg. Im Final-Hinspiel in Westfalen verlor man mit 20:16. Am 17. März fand das Rückspiel in Rheinkamp statt. Die letzte OSC-Spielstätte vor dem Hallenbau an der Krefelder Straße erlebte einen umkämpften 20:15 Sieg für Rheinhausen. Der OSC hatte es geschafft. Mann war endlich in der Hallenhandball-Bundesliga.

In der zweigleisigen 1. Bundesliga startete der OSC in der Nordgruppe. Unter Trainer Vucinic spielte das Team 1974/75 allerdings gegen den Abstieg. Am 12. Januar 1975 spielte der OSC gegen Bad Schwartau erstmals in der neuen Sporthalle Krefelder Strasse und siegte vor über 2000 begeisterten Zuschauern. Im März 1975 trennte sich der Verein vom Coach und präsentierte mit Klaus Schuster den Nachfolger. Gegen den Südgruppen-Drittletzten Turnerschaft Steinheim gelang in der Relegation knapp der Klassenerhalt. Nach der Hinspiel-Niederlage von 13:14 hatte man sich in Rheinhausen schon mit dem Abstieg abgefunden. Doch die Mannschaft schaffte mit einem 12:8 im Rückspiel in Steinheim noch die Sensation und besiegelte den Klassenerhalt.

Die Bestätigung der Erstligareife folgte in der Saison 1975/76, in der das Team den 6. Tabellenplatz belegte. Nachdem zum Saisonstart mit den Spielern, Gerd Rosendahl, Reinhardt van der Heusen und Heinz Ratschen, der dann zum TV Oppum wechselte, drei Rheinhausener in den erweiterten DHB-Kader berufen wurden, startete der OSC sehr schlecht in die Saison. Dem Start mit 0:8 Punkten fiel Trainer Schuster zum Opfer. Der neue Mann, Marinco Andric, wieder ein Jugoslawe, bewies ein glücklicheres Händchen. Der Höhepunkt dieser Saison war sicherlich der Sensationssieg mit 20:19 in Gummersbach.

Für die Spielzeit 1976/77 stellten die Verantwortlichen beim OSC ein starkes Aufgebot auf die Beine. Mit dem 2,15-Meter-Torwartriesen Dieter Bartke sowie den Feldspielern Peter „Otto“ Kleibrink, Josef „Pele" Pelster und Peter Büttner wurde das Team sichtlich verstärkt. Der „Underdog“ Rheinhausen machte fortan von sich reden. In
Nurmi van der Heusen und Gerd Rosendahl 1976
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der Rheinhausener Sporthalle gab es für keinen Gegner etwas zu bestellen. Die Nord-Vizemeisterschaft wurde als Zweiter hinter dem Team von GW Dankersen eingefahren. Im Halbfinale um die Deutsche Meisterschaft traf der OSC am 23. April 1977 dann auf den Süd-Meister TV Großwallstadt. Im Hinspiel vor ausverkauftem Haus erkämpften sich die „Olympischen“ einen mühevollen 17:15 Erfolg. Eine Woche später aber verlor man in Unterfranken mit 16:25 recht deutlich und die Endspielträume waren geplatzt. Das war das Aus für Rheinhausen. Im Endspiel um die Deutsche Meisterschaft unterlagen die Unterfranken schließlich GW Dankersen.
Gerd Rosendahl (OSC) begrüßteste Gummersbachs Kapitän Heiner Brand
Vergrößerung anzeigen - Wird in einem neuen Fenster angezeigt. Gerd Rosendahl (OSC) begrüßteste Gummersbachs Kapitän Heiner Brand

Die Enttäuschung war bei allen Beteiligten riesengroß. Harry Keller, Dieter Bartke, und Trainer Marinko Andric, der eigentlich noch einen Vertrag bis 1979 hatte, verließen den Klub.

Wie bereits abzusehen war verließ auch HaDe Schmitz, der mittlerweile das Traineramt beim TuSEM Essen übernommen hatte, den Club nur wenige Tage nach dem Saisonstart 1977/78. In dieser neuen Saison startete die Bundesliga erstmals eingleisig.

Unter dem Trainer Reinhard Gottschling konnte erst im letzten Spiel gegen Hüttenberg der Abstieg verhindert werden. Doch das Interesse der OSC-Fans, die noch ein Jahr zuvor in Massen die Halle stürmten, ließ nach. Dieser Umstand hatte mit anderen Faktoren zur Folge, dass ein großes Loch in der Vereinskasse klaffte.

Zuvor gab es noch einigen Wirbel um den damaligen OSC-Spieler Irvica Orlovic. Die Ligakonkurrenten aus Hannover, Nettelstedt und Neuhausen zweifelten die Rechtmäßigkeit der Spielerlaubnis des Jugoslawen beim DHB an. Der drohende Verlust von 12 Punkten, der sicherlich den Abstieg bedeutet hätte, war für den OSC eine schwere Bürde. Dank des Einsatzes des OSC-Ehrenvorsitzenden und Rechtsanwalts Rolf Fortmann fand die Angelegenheit für den OSC jedoch noch ein gutes Ende. Schlussendlich landete man auf dem 9. Tabellenplatz.

Doch es gab auch positive Schlagzeilen während der Saison. OSC-Rechtsaußen Gerd Rosendahl feierte am 5. Februar 1978 in der „Bröndby-Halle“ in Kopenhagen mit der DHB-Nationalmannschaft seinen größten Erfolg. Nach dem 20:19 Sieg über die UdSSR wurde Deutschland Handball-Weltmeister. „Als wichtigste Geheimwaffe gegen die UdSSR!“ bezeichnete Bundestrainer Vlado Stenzel den Rheinhausener Rechtsaußen. Leider folgte Rosendahl im Sommer dem Ruf der seinerzeit wohl besten Vereinsmannschaft der Welt, dem Deutschen Meister VfL Gummersbach.

Aber der Absturz sollte dann in der Saison 1978/79 folgen. Unter Trainer Tomasic kassierte man reihenweise Niederlagen. Nach der Entlassung des Trainers folgten die Abmeldungen der Spieler Springel, Demirovic und „Nurmi" van der Heusen. Das Engagement des 1974er Erfolgscoaches Vucinic dauerte dann keine vier Monate. Folgerichtig verließ ein Spieler nach dem anderen das sinkende Schiff. Interimstrainer Andreas Rudolph brachte die Saison mit einem Minikader zu Ende. Mit nur 4 Siegen stürzte der OSC als Tabellenletzter in die Regionalliga ab. Der sportlichen Pleite folgte die finanzielle. Abteilungsleiter Hans Kleer und seine Mitstreiter suchten mit allen Mittel nach Auswegen aus der prekären finanziellen Situation. Doch auch aufgrund interner Querelen ging dieser Versuch „in die Hose“. Unterstützt von Kurt Siemensmeyer und Klaus Kottwitz übernahm Günter Weiß das sinkende Schiff.

1979/80 ging es dann schließlich in der Regionalliga weiter. Mit einer sportlich neuformierten Mannschaft und finanziell starken Einschränkungen – die Schuldenlast aus den Bundesligajahren und der Kreditverlust bei den Gönnern - drückten den Verein – ging die neue Führungscrew dann das Unternehmen „Neuaufbau“ an. Aus dem Bundesligateam blieben lediglich die Torleute Hans–Joachim Kolodziej und Hans-Gerd Nellen, sowie Kurt Mayboom, Jörg Heidbüchel und Hans-Joachim Gossow übrig. Unter Trainer Slobodan Koprivica, der schon beim Bundesliga-Aufstieg 1974 dabei war, schaffte die Mannschaft als Tabellenneunter den Klassenerhalt.

Im Spieljahr 1980/81 löste Heinz Ratschen, ebenfalls ein „OSC-Urgestein“, seinen alten Kameraden „Slobbi" ab. Es folgte ein guter Mittelplatz, der den OSC-Fans aber in der kommenden Saison 1981/82 nicht mehr reichen sollte. Man wollte mehr in Rheinhausen.

Nach der Vizemeisterschaft im Mai 1982 erreichte Rheinhausen gegen das Werksteam von Bayer Dormagen das Halbfinale um den Aufstieg in die 2. Handball-Bundesliga, die in dieser Saison eingeführt wurde. Im Hinspiel siegte der OSC noch mit 21:17. Aber im Rückspiel war man chancenlos und unterlag Bayer deutlich mit 25:14.

Die Aufstiegsfrage musste auf das neue Jahr 1982/83 verschoben werden. Leider verließ OSC-Spieler Hans-Joachim Gossow den OSC in Richtung Essen. Als Ersatz konnte man mit Christoph Kolodziej einen Leistungsträger verpflichten, der in Rheinhausen kein Unbekannter war. Spielertrainer Ratschen verließ aus persönlichen Gründen den Verein. Es war ein ehrenvoller Abschied für Ratschen, der sich um den Club verdient gemacht hatte.

Im Januar präsentierte man schließlich mit HaDe Schmitz den neuen Trainer. Mit der Unterstützung von Werner Enders als Co-Trainer sollte im April 1983 wieder an die Tür zur 2. Bundesliga geklopft werden. Gegen den Konkurrenten Tus Derschlag reichte es aber wieder nicht. Nach einem Unentschieden in Rheinhausen, folgte eine 14:17-Niederlage in Derschlag. Dieser „K.O.-Schlag“ sollte für den OSC Rheinhausen erneut einen Absturz bedeuten.

HaDe Schmitz wechselte zum OSC Thier Dortmund und Coach Werner Enders übernahm in der Saison 1983/84 allein das Ruder. Mit einem kleinen Kader landete man auf einem zufriedenstellenden 7. Tabellenplatz.

Nachdem Gaulke, Hüfken, Heidbüchel, Hinkelmann und vor allem der Leistungsträger Cordes den Verein verlassen hatten, ging der OSC im darauffolgenden Spieljahr 1984/85 nach Meinung der sogenannten Experten als Abstiegskandidat in die Saison. Doch die Mannschaft belegte zur Überraschung aller mit der exakt gleichen Punktzahl auch den gleichen Tabellenplatz wie im Vorjahr.

In der Saison 1985/86 geriet die Mannschaft um Trainer Werner Enders unerwartet in den Abstiegstrudel und es sprang schließlich nur der 9. Platz heraus. Das nahmen die Verantwortlichen allerdings in Kauf. Schließlich sollte in der Spielzeit 1986/87 der große Wurf gelingen, der lang ersehnte Aufstieg in die 2. Handball-Bundesliga.

Mit den Neuverpflichtungen Bayer, Rasch und Rückkehrer Gossow schaffte die Mannschaft unter Kapitän „Schnecke" Jörg Siegert schließlich in der Abschlusstabelle den zweiten Platz und war somit in der Relegation.

Im Halbfinale setzte sich die Mannschaft gegen den TV Wermelskirchen durch. In den Endspielen traf man schließlich auf die Union Bad Salzuflen. Im Hinspiel verlor Rheinhausen unglücklich in Salzuflen mit 16:18. Am 28. Mai 1987 sollte dann in der Sporthalle an der Krefelder Straße wieder einmal Rheinhauser Handballgeschichte geschrieben werden. Im alles entscheidenden Spiel vor 2500 Zuschauern traf OSC Spielmacher Christoph Kolodziej 40 Sekunden vor Schluss zum vielumjubelten Siegtreffer. Es stand 20:17 für Rheinhausen. Die Mannschaft wurde
Am 17. Mai 1987 stieg der OSC in die 2. handball Bundesliga auf
Vergrößerung anzeigen - Wird in einem neuen Fenster angezeigt. Am 17. Mai 1987 stieg der OSC in die 2. handball Bundesliga auf

damit „Westdeutscher Meister“ und stieg folgerichtig in die 2. Bundesliga auf. Acht lange Jahre hatte es gedauert, bis das große Ziel erreicht war.

Dass der Klassenerhalt in der 2. Handball-Bundesliga keine Selbstverständlichkeit werden würde, war jedem bewusst. Die erste Zweitligasaison 1987/88 schloss das Team jedoch mit einem beachtlichen 6. Platz ab.

Die Saison 1988/89 unter Coach Werner Enders, der bereits seit Mai 1983 das Sagen hatte, wurde von zahlreichen Konflikten zwischen Trainer, Mannschaft und Vorstand überschattet. Diese Konflikte gipfelten darin, dass der Trainer bereits im November das Handtuch warf. Schon zwei Wochen später wurde mit Damen-Bundestrainer Uli Weiler ein Nachfolger präsentiert. Doch Weiler, der sich mit seinem autoritären Stil keine Freunde machte, hielt es nur ganze 10 Wochen aus. Als Spielertrainer brachte Hans-Joachim Gossow die Saison mit einem enttäuschenden 9. Platz zu Ende.

Christoph Kolodziej war der überragende Torschütze in der 2. Bundesliga beim OSC

Im darauffolgendem Spieljahr 1989/90 aber sollte alles besser werden. Dr. Wolfgang Görgens, ehemaliger Mannschaftsarzt, übernahm den Posten des Abteilungsleiters von Günter Weiß, der aus Zeitgründen seinen Posten freigab. Als neuer Coach wurde der heutige DHB-Sportdirektor Peter Sichelschmidt verpflichtet. Der Dozent an der Sporthochschule Köln, wollte sich aber mit Mittelmaß nicht zufrieden geben. Um auf einem Spitzenplatz zu landen musste auch einmal ein Klassespieler her. Am 8. August 1989 um genau 11.15 Uhr wurden alle OSC-Anhänger überrascht. Mit dem 199-fachen Russischen Nationalspieler, Weltmeister, Olympiasieger und Europacup-Gewinner Alexander Rymanov wurde von ZSKA Moskau ein Weltklasse-Kreisläufer verpflichtet. "Sascha", wie er von allen nur genannt wurde, zeigte gleich seine absolute Weltklasse. Der OSC war bis Ende November Tabellenführer. Die Pokal-Heimniederlage gegen den "Erzfeind" LTV Wuppertal aber zog eine Negativserie nach sich. Anfang Januar 1990 musste Torjäger Christoph Kolodziej das Feld räumen. Nach Attacken gegenüber der Abteilungsleitung blieb ein Stück OSC-Handballgeschichte auf der Strecke. Sein Bruder Hans-Joachim räumte ebenfalls aus Solidarität den OSC-Kasten. Abteilungsleiter Dr. Görgens tat dies ebenfalls. Nach einem 5. Tabellenplatz am Saisonende verließ Trainer Sichelschmidt, den Verein, da er in Rheinhausen keine Zukunftsperspektive mehr sah.

In der Saison 1990/91 übernahm OSC-Pressesprecher Wolfgang Trepper das Amt des Abteilungsleiters von Heiner Stephan, der nur ganze sechs Wochen durchhielt. Stephans wirtschaftliche Bedenken waren einfach zu groß. Von diesem Risiko ließ sich Wolfgang Trepper aber nicht abschrecken. Gemeinsam mit Norbert Langer konnte mit der Firma Götzen ein offensichtlich potenter Sponsor für den OSC gewonnen werden. Der neue Trainer Werner Enders wollte mit dem Eisenacher Linkshänder Olaf Köppe das neue Team formen. Nach einer durchwachsenen Hinrunde stimmte die Chemie zwischen Enders und der Mannschaft nicht mehr und der Coach warf freiwillig das Handtuch. Der 6. Platz nach den Querelen war sicherlich als Erfolg zu werten.

Im 5. Jahr der Zweitklassigkeit, der Saison 1991/92, wollte man in der Führungsetage endlich einmal höher Ziele anstreben. Unter dem Duo Trepper/Langer, das mittlerweile offiziell im Amt bestätigt wurde, ging der neue Trainer Hans-Joachim Gossow ans Werk. Die Rückkehrer Bülent Aksen und Jörg Siegert sowie Junioren-Nationalspieler Daniel Stephan und der Altjührdener Olaf Hansen sollten unter Gossow neue Akzente setzen.

Eigentlich deutete alles auf den Aufstieg hin. Doch trotz der Verstärkung durch Olaf Mast, der in der Saison vom Bundesligisten Bayer Dormagen ausgeliehen wurde, reichte es aufgrund der Niederlagen gegen die unmittelbaren Konkurrenten Hagen und Dutenhofen nur zu Tabellenplatz 4 mit nur 2 Punkten Rückstand auf Platz 2, der zur Relegation um den Aufstieg berechtigt hätte. Dieses Ergebnis war für die Abteilungsspitze aber immer noch Grund genug, den Vertrag mit Trainer Gossow zu verlängern.

Mit der finanziellen Unterstützung durch den Sponsor Götzen sollte in der Saison 1992/93 das große Ziel, nämlich der Aufstieg in die 1. Bundesliga erreicht werden. Mit dem Cottbuser Halblinken Benno Woite, immerhin viertbester Bundesliga-Torschütze der abgelaufenen Erstliga-Saison, und Achim Schürmann aus der erfolgreichen A-Jugend, sollte sich der OSC schnell an der Tabellenspitze festsetzen. Mit 23:1 Punkten vor dem letzten Hinrundenspiel in Dessau setzten sich die Rheinhausener nur knapp vor den Thüringern an die Spitze.

Vor 3000 fanatischen Fans wurde in der ZAB-Sporthalle in Dessau auf Biegen und Brechen gekämpft. Rheinhausen drohte bei einer Niederlage von Platz 1 verdrängt zu werden. Das Team zeigte seine Klasse und gewann glücklich aber durchaus verdient in der Höhle des Löwen mit 24:23. Die einzige Heimniederlage der Saison folgte gegen den LTV Wuppertal. Zum Ende der Saison blieb der HSV Suhl als einzige Mannschaft dem OSC auf den Fersen. Am viertletzten Spieltag (13.3.93) hätte Suhl, in ihrer Heimspielstätte Coburg, die Rheinhausener überflügeln können. Doch die Mannschaft von Coach Gossow zeigte ihre Klasse und gewann verdient mit 25:22.
Zwei Wochen später, am 27. März 93 dem vorletzten Spieltag, hätte Rheinhausen beim ThSV Eisenach, vorzeitig den Aufstieg feiern können. Viele Fans begleiteten den OSC nach Thüringen.
Doch diesmal gab es eine unnötige 15:18 Niederlage. Somit wurde der Titelkampf erst am letzten Spieltag entschieden. Suhl gegen Dutenhofen und Rheinhausen zu Hause gegen Dessau. In der Sporthalle Krefelder Straße gab es vor 2500 Zuschauern, die Halle war erstmals seit Jahren wieder ausverkauft, ein „Herzschlagfinale“ an diesem 3. April 1993.
14 lange Jahre hatte man auf diesen Augenblick gewartet und Alfred Hitchcock hätte nicht besser Regie führen können. Dutenhofen kämpfte und verlor nur knapp mit 19:23 in Suhl. Das Team von Trainer Hans-Joachim Gossow musste bis zur allerletzten Sekunde warten. Olaf Hansen und Daniel Stephan warfen die beiden letzten und entscheidenden Treffer zum 25: 20 Sieg. Rheinhausen war um nur 3 Tore besser als der HSV Suhl. Der Jubel kannte keine Grenzen mehr. Nach der Jubelarie in der Sporthalle wurde das Team anschließend von über 1000 Fans in der Rheinhausen-Halle gefeiert und vom Vorsitzenden Günter Klinge mit der goldenen Vereinsnadel ausgezeichnet.

Vergrößerung anzeigen - Wird in einem neuen Fenster angezeigt. Tolle Stimmung in Rheinhausen als der OSC am 3. April 1993 in die 1 .Bundesliga aufstieg. Foto:Schinner



Dass der Klassenverbleib in dem Spieljahr 1993/94 ein schweres Unterfangen werden würde, war in Rheinhausen jedem klar. Schließlich sollte die 1. Bundesliga am Ende um zwei Mannschaften reduziert werden ,was zur Folge hatte, dass vier Absteiger den Weg ins Unterhaus antreten mussten. Doch bis dahin war es noch ein langer Weg. Mit den Bundesligaerfahrenen Arne Eppers , Michael Beck sowie der Milbertshofener „Konkursmasse“ Christian Kofler und Andreas Greulich sollte sich die Mannschaft nicht gerade extrem verstärken. Rheinhausen rangierte fast immer auf den Abstiegsrängen, bis man im Januar 1994, nach der Niederlage in Schutterwald, keine Perspektive mehr mit Trainer Gossow sah. Gossow wurde durch die „Trainerlegende" Petre Ivanescu ersetzt. Ivanescu hatte schließlich genügend Erfahrung in der Bundesliga gesammelt und stellte das Team gut auf den Abstiegskampf ein. Schlussendlich reichte es allerdings auch nur zum drittletzten Tabellenplatz, der den Abstieg bedeutete. In der Bundesliga „Pfui“ und im Pokal „Hui“, das war in dieser Saison das Motto des OSC. Im DHB-Pokal stieß der OSC Rheinhausen nach dem überraschenden 19:14 Viertelfinalsieg beim TV Großwallstadt bis in die Pokalendrunde vor, die in diesem Jahr erstmals als „Final-Four" in Hamburg ausgetragen wurde. In einem hochklassigen Halbfinale verlor die Mannschaft erst in der Verlängerung äußerst unglücklich gegen die SG Flensburg-Handewitt mit 17:19. Cupgewinner wurde am nächsten Tag Titelverteidiger SG Wallau-Massenheim.

Vergrößerung anzeigen - Wird in einem neuen Fenster angezeigt. Tolle Unterstützung beim DHB Pokalhalbfinal am 10. Mai 1994 in Hamburg gegen die SG Flensburg-Handewitt



Nach dem Abstieg sollte Sascha Rymanov in der Saison 1994/95 als Co-Trainer an der Seite von Petre Ivanescu Erfahrungen auf der Trainerbank sammeln und mit ihm den sofortigen Wiederaufstieg anstreben. Stärkste Konkurrenten um die Spitzenplätze waren der HSV Suhl und der TuS Schutterwald. In Schutterwald hätten die „Olympischen" bereits am viertletzten Spieltag alles klar machen müssen. In diesem 4-Punkte-Spiel zeigte das Team von Trainer Ivanescu eklatante Schwächen und man kassierte die vierte Saisonniederlage. Co-Trainer Rymanov, der seine Spielerkarriere ausklingen ließ, weilte zum Saisonende bei der Weltmeisterschaft in Island. Bei der russischen Nationalmannschaft stockte er seine Länderspiel-Bilanz noch etwas auf. Ohne Rymanov musste Rheinhausen bis zum allerletzten Spieltag auf die Aufstiegsentscheidung warten. Am 20. Mai 1995 wurde die Rheinhausener Sporthalle wieder einmal zum Tollhaus. Mit 35:17 wurde die TSG Oßweil aus der Halle gefegt. Zum wiederholten Mal eine „Last-Minute"-Entscheidung. Die Freude war zwar riesengroß, allerdings nicht mit der zu vergleichen die noch zwei Jahre zuvor in Rheinhausen herrschte.

Jubel nach dem Bundesliga Aufstieg am 20. Mai 1995.



Im Spieljahr 1995/96 verließen Manager Trepper und Trainer Ivanescu den Club und Sascha Rymanov trug die alleinige Verantwortung. Nach der Rückkehr von „HaDe" Schmitz, der nun den Managerposten inne hatte, sollte nun auch ein Weltklasse-Spieler verpflichtet werden. Nedjelko Jovanovic, in der Vorsaison in Spanien noch zum besten ausländischen Spieler gewählt, wurde von TK Santander geholt. Der 25jährige Spielmacher zeigte direkt in den ersten Spielen seine Klasse und das Team startete nach der Niederlage in Lemgo ab dem achten Spieltag eine Siegesserie, die ein Liganeuling bis dahin wohl noch nie vorweisen konnte. Bis auf den zweiten Tabellenplatz stürmte der Aufsteiger.

Vergrößerung anzeigen - Wird in einem neuen Fenster angezeigt. 1995 konnte der OSC den Topstar Nedjelko Jovanovic verpflichten



Dreieinhalb Monate, genauer gesagt 12 Spiele ohne Niederlage ließen schon Meisterschaftsträume bei den Fans aufkommen. Nach bisher nur drei Niederlagen in dieser Saison, kam es am 21. Spieltag zum großen Show-Down. Am 29. Februar 1996 hätte die Mannschaft mit einem erneuten Sieg über den Deutschen Meister THW Kiel die Tabellenspitze erklimmen können. „Wir hätten 10.000 Karten verkaufen können..." so Manager HaDe Schmitz. Doch nur 2500 Zuschauer konnten beim „Spiel des Jahres" dabei sein. Eine Live-Übertragung im DSF und der Presserummel in den Tagen vorher brachten die Mannschaft total aus ihrem Konzept. Der THW zeigte seine ganze Klasse und siegte in Rheinhausen verdient mit 31:24. Nach dieser bitteren Niederlage ging es auch in der Tabelle bergab. Sieben Niederlagen aus den letzten zehn Spielen ließen die Mannschaft auf den 7. Tabellenplatz abrutschen. Als „Aufsteiger" aber immer noch eine beachtliche Bilanz und die beste Platzierung der letzten 19 Jahre

Dass das zweite Jahr der Bundesligazugehörigkeit bekanntlich das schwerere ist zeigte sich schnell. Trotz der Verstärkung durch den Weißrussen Andre Klimovets spielte die Truppe von Sascha Rymanov in der Saison 1996/97 im unteren Drittel der Tabelle mit. Die wohl größte Überraschung zeigte der Club gegen den Deutschen Meister THW Kiel. Nach dem glücklichen 27:26 Hinspielerfolg im September 1996 gewann man im Februar 1997 auch in der Kieler Ostsee-Halle mit 25:23. Als einzige Mannschaft in dieser starken Liga bezwang der OSC Rheinhausen die Nord-deutschen in beiden Partien.

Die ehemaligen Rheinhauser Daniel Stephan und Achim Schürmann, bereits seit 1994 in Lemgo, hätten sich am 19. März 1997 in Rheinhausen vorzeitig ihren 1. Deutschen Meistertitel sichern können. Doch in ihrer Heimatstadt
Andre Klimovets Saison 1996-97

machte der OSC, noch um den Abstieg spielend, dem TBV einen Strich durch die Rechnung. Mit dem 22:20 Heimsieg besiegte Rheinhausen das Team aus dem Lipperland zum ersten mal in der Bundesliga . Nach dem letzten Spieltag und dem an diesem Tag erzielten Auswärtserfolg in Großwallstadt konnte mit dem 14. Tabellenplatz knapp der Abstieg verhindert werden.

Obwohl es schon wie in der Vorsaison finanzielle Schwierigkeiten beim Hauptsponsor Götzen gab, startete Rheinhausen in die Saison 1997/98. Jeder wusste jedoch dass es, trotz der Verpflichtung des Niederländers Robert Nijdam und der bundesligaerfahrenen Spieler Helge Janek und Holger Menke ein extrem schweres Jahr werden würde. Nach Differenzen zwischen Manager Schmitz und Marco Huth verließ der Nationalspieler im Oktober den Verein. Von Anfang an kämpfte die Mannschaft gegen den Abstieg und ein Zuschauerrückgang war die Konsequenz. Das Management um Ha-De Schmitz hatte schon über einen Umzug in die Hamborner Rhein-Ruhr-Halle und eine Namensänderung in "OSC Duisburg" nachgedacht. Ein lautes, negatives Echo seitens der Fangemeinde ließ diesen angedachten Modellversuch jedoch schnell scheitern. Als sich nach der Heimniederlage gegen Gummersbach Ende November überraschend für den Anhang ein Bundesliga-Ausstieg abzeichnete, suchte man in der Vorstandsetage zwar weiterhin nach finanzkräftigen Sponsoren, aber alle Ankündigungen von Sponsoren einzusteigen zerplatzten wie Seifenblasen. Die Mannschaft von Trainer Rymanov kämpfte wie lange nicht. Ein Unentschieden gegen das Top-Team aus Kiel und andere beachtliche Ergebnisse im Dezember änderten nichts an der brisanten Situation. Die Transferliste für Spieler sollte am 31. Dezember schließen und somit war der Manager gefragt. Die Zeit lief dem OSC davon und eine Rettung war nicht mehr möglich.

Manager Ha-De Schmitz teilte der Mannschaft am Sonntag den 28. Dezember 1997 etwa 2 Stunden vor dem Heimspiel gegen den ThSV Eisenach die Entscheidung zum Rückzug aus der 1. Bundesliga mit. Bei den 2.200 Zuschauern, darunter 600 Eisenacher Fans, machte diese, für die Fans bis dahin noch nicht bestätigte Nachricht, schnell die Runde. Die Spieler liefen Hand in Hand in die Halle. Nach dem 33:30 Heimsieg des OSC teilte Hallensprecher Heiner Stephan unter Tränen den Fans mit, dass der Bundesliga-Ausstieg zum 31.Dezember 1997 erfolgen sollte. Spieler und Fans lagen sich weinend in den Armen. Kapitän und Nationalspieler Nils Lehmann verabschiedete sich im Namen der Mannschaft von der Fangemeinde. Alle Spiele des OSC wurden zum 1. Januar 1998 vom Deutschen Handball Bund annulliert und die Spieler verließen den Verein in alle Himmelsrichtungen.

Die Möglichkeit in der Regionalliga zu starten nahm der Verein nicht wahr. Aus wirtschaftlichen Gründen wollte man lieber in der Verbandsliga starten. Doch der Handballverband Niederrhein machte dem Rheinhauser Vorstand einen Strich durch die Rechnung und stufte das neuformierte Team von Trainer Rainer Mangold für die Saison 1998/99 in die Landesliga ein. "JETZT ERST RECHT" hieß es bei der Mannschaftsvorstellung. Ein schweres Erbe musste angetreten werden. Man wurde zum Gejagten. Schließlich wollten alle Teams einen ehemaligen Bundesligisten schlagen. Nach Differenzen mit dem Verband wegen einer angeblich fehlenden Schiedsrichter-Einladung und der damit verbundenen Spielwertung gegen den OSC räumte Abteilungsleiterin Marion Adams ihren Stuhl. Trainer Mangold, der sich zwischenzeitlich mit seiner Mannschaft auf den Abstiegsrängen wiederfand, verließ ebenfalls den Verein nachdem bekannt wurde dass für die neue Saison mit Uwe Steinbrink ein neuer Trainer verpflichtet wurde.

Ironie des Schicksals! Im Januar 1999 kam ein ehemaliger Rheinhausener zu großen Ehren. Der mittlerweile für den TBV Lemgo spielende Daniel Stephan wurde zum „Welthandballer des Jahres 1998“ gewählt. Sicherlich auch ein Verdienst einer sehr guten OSC-Jugendarbeit.

In der Saison 1999/2000, mittlerweile unter der Abteilungsführung von Manfred Loepke-Gilles, startete Rheinhausen mit dem Ziel "Aufstieg in die Verbandsliga“. Die Derbys gegen Hamborn 07 und die HSG Vennikel/Rumeln/Kaldenhausen sollten, wie schon im Vorjahr, die Höhepunkte der Saison werden. Hinter dem Traditionsverein Hamborn 07 landete der OSC auf dem zweiten Tabellenplatz. Relegationsspiele um den Aufstieg fanden gegen die zweite Mannschaft von TuSEM Essen statt. In Essen gewann das Team von Trainer Steinbrink, das mit dem ehemaligen Bundesligaspieler Jörg Siegert verstärkt wurde, mit 22:21. Nur 3 Tage später sollten, nach der 22:26 Heimniederlage gegen das Team von der Magarethenhöhe, alle Aufstiegsträume zerplatzen. Doch nachdem sich zwei Vereine zurückgezogen hatten, war der Weg in die Verbandsliga frei.

Das neue Team wurde im Spieljahr 2000/01 mit erfahrenen Regionalliga-Spielern verstärkt und dem Angriff auf die Tabellenspitze stand fast nichts mehr im Wege. Den für die Relegation ausreichenden zweiten Platz teilte sich der OSC punktgleich mit Stadtrivalen VfL Rheinhausen. Es zählte der direkte Vergleich. Den konnte der VfL mit nur einem Tor für sich entscheiden. Es reichte also nicht für den Oberliga Aufstieg.

Dieser sollte aber für die Saison 2001/02 in Angriff genommen werden. Der absolute Höhepunkt der Hinrunde war sicherlich, wie schon in der vergangenen Saison, das Stadtderby vor der Verbandsliga-Rekordkulisse von 1.400 Zuschauern. Der OSC schlug den Konkurrenten VfL mit 28:22. Nachdem einige Favoriten im Saisonverlauf bereits strauchelten, sollte der Spitzenkampf zwischen dem OSC und den "Bergheimern" auch in der Rückrunde weitergehen. Im Rückspiel behaupteten sich die Bergheimer , vor immerhin 1.100 Zuschauern, zwar gegen den OSC mit 30:23. Doch dies sollte die einzigste Niederlage der „Olympischen„ in dieser Saison bleiben. Der OSC, mittlerweile mit dem überragenden Mittelmann Christian Warwel verstärkt, setzte sich an der Tabellenspitze fest und bereits drei Spieltage vor dem Saisonabschluss konnten die 600 OSC- Fans beim Heimspiel gegen HSG Wesel den Oberliga Aufstieg feiern. Unter dem Motto „Oberliga – wir kommen“ wurde zwei Wochen später eine dominierende Saison zu Ende gebracht.

Zuschauerrekord in der Oberliga . Gegen Bayer Uerdingen hatte der OSC im November 2002 über 2000 Zuschauer in der halle.



In der darauf folgenden Saison 2002 / 03 startete der Aufsteiger Rheinhausen sehr erfolgreich. Bis zum Ende der Hinrunde rangierte der OSC immer unter den ersten drei Plätzen. Der absolute Höhepunkt war das Heimspiel gegen Ligaprimus Bayer Uerdingen vor der Rekord Kulisse von 1800 Zuschauer. Dabei kassierte der OSC zwar seine erste Saisonniederlage, aber so war diese Kulisse doch Bundesliga verdächtig. Trotz vieler verletzter Spieler wurde das vor der Saison angepeilte Ziel - 6. Tabellenplatz- mit dem abschließenden 3. Platz weit übertroffen.

Mit zahlreichen Verstärkungen und der Marschrichtung Aufstieg in die Regionalliga starte der OSC im September 2003 ins zweite Oberligajahr, der Saison 2003 / 04 .

Die Mannschaft von Uwe Steinbrink startete eine Siegesserie von insgesamt 29 Ligaspielen und 5 Pokalspielen ohne Niederlage. Erst am letzten Spieltag konnte der TV Aldekerk den OSC als einzige Mannschaft in dieser Saison besiegen. Am 21. März nach dem 28:22 Heimsieg gegen Solingen machte der OSC schließlich den Regionalliga-Aufstieg perfekt. Am Saisonende hatte das Team vom Niederrhein immerhin 11 Punkte Vorsprung vor dem TV Kapellen. Doch nicht nur in der Oberliga sondern auch im Pokal machte Rheinhausen von sich reden. Nach zwei Siegen in der HVN Pokalrunde und drei Erfolgen im WHV Pokal qualifizierte sich das Team nach 7 Jahren erstmals wieder für die 1. Runde im Deutschen Handball Pokal . Gegner war am 5. September dann der Regionalligist HG Köthen gegen den Rheinhausen leider knapp mit 26:27 zuhause verlor.

Vergrößerung anzeigen - Wird in einem neuen Fenster angezeigt. Dieses Team stieg im März 2004 in die Regionalliga auf ( Foto F.Loße)



In der Regionalliga Saison 2004 / 05 startete der OSC mit der höchsten Niederlage der letzten Jahrezehnte . Mit 13:30 verlor das Team bei Unitas Haan und es schien eine schwere Saison zu werden. Doch die Mannschaft raffte sich auf und zeigte in den nächste Woche viele tolle Spiele. Die beiden Spitzenteam ASV Hamm und Unitas Haan wurde zuhause besiegt. Eine gelungene Revanche für die Steinbrink Mannen.

Zwischenzeitlich rangierte das Team sogar auf dem dritten Tabellenplatz. Die Zuschauer strömten wieder in die Rheinhausener Sporthalle und seit einigen Monaten hat der Regionalligist sogar drei Fanclubs, soviel wie kaum ein anderer Handballverein in Deutschland. Nach dem fast 20 Jahre alten 1. OSC Fanclub´87 und dem 2002 ins Leben gerufenen Fanclub Westside gab der neue Fanclub Lattenschuß fortan sein bestes und mit dieser zahlreichen und vor allem lautstarken Unterstützung können nur wenigen Regionalligisten dienen , nicht nur zuhause sondern auch auswärts stimmten die zahlreichen Fans lautstark an.

Trotz einiger Ausfälle zeigte sich das Team in den letzten Saisonspielen entschlossen und erreichte im ersten Regionalligajahr einen tollen 5. Tabellenplatz.

Nach dem Abgang von Hoffmeister , Schubert, Warwel und Siewior konnte der Vorstand für die Saison 2005/06 die beiden Uerdinger Pascal Schiewe und Tobias Bochwitz und den früheren OSC Bundesligaspieler Andreas Kottwitz verpflichten. Kottwitz kehrte nach 8 Jahren an die Krefelder Straße zurück.

Vor der Saison 2005-06 musste man lange nicht wie viele Teams überhaupt starten würden . Der Bundesligist TuSEM Essen bekam keine Lizenz für das Oberhaus und musste als 17. Mannschaft in der Regionalliga West an den Start gehen. Die Kassierer aller Vereine freuten sich schon vorher über den amtierenden Europapokalsieger 2005 .

Die Liga begann aufgrund der 17 Vereine schon zwei Wochen früher als geplant und das Team von der Magarethenhöhe setzte sich von Beginn der Saison an die Spitze der Tabelle. Der Leichlinger TV war ärgster Verfolger vom TuSEM. Rheinhausen kassierte in den ersten sechs Saisonspielen nur eine Niederlage und rangierte lange auf dem dritten Tabellenplatz. Am 28. November 2005 kam es das in Rheinhausen zum aufeinander treffen der beiden ehemaligen Bundesligisten . Trotz zweier Niederlagen in Folge war ganz Rheinhausen auf den Beinen . 1800 Zuschauer sahen eine sehr starke OSC Mannschaft die den TuSEM bis zur 53.Spielminute klar beherrschte . Trotz einer zeitweiligen fünf Tore Führung konnte der OSC am Ende aber keinen Sieg einfahren . Essen drehte in den letzten Minuten eine fast verloren geglaubte Partie und gewann knapp mit 32:29. Nur zwei Monate später musste Leichlingen aber dran glauben . Der OSC gewann hoch verdient gegen den Tabellenzweiten . In dieser Saison gab es viele Höhen und Tiefen im OSC Spiel . Trauriger Höhepunkt war der plötzliche Ausstieg des langjährigen Rückraumspieler Thorsten Langwald der den Verein Mitte Januar 2006 plötzlich und unerwartet verließ. Am 26. März 2006 konnte sich das Team wieder in die Geschichtsbücher eintragen . Gegen den Soester TV gab es das torreichste Spiel in der OSC Geschichte , mit 46:36 wurde die Westfalen nach Hause geschickt .Am Ende erreichte das Team von Trainer Uwe Steinbrink einen überraschenden vierten Tabellenplatz.

In der Saison 2006/07 machte der OSC eigentlich recht wenig von sich reden.
Uwe Steinbrink, immerhin seit 1998 Trainer des OSC, landete mit seiner Truppe nach einer durchwachsenen Regionalligasaison mit ausgeglichem Punktekonto auf dem 7. Tabellenplatz.

Namhafte Verstärkung erhielt der OSC für die Spielzeit 2007/08. Eigengewächs Jörg Schürmann, ehemaliger Kreisläufer beim Bundesligisten HSG Düsseldorf, kehrte nach Rheinhausen zurück. Trotz dieser Verstärkung lief es zu Saisonbeginn nicht gut für den OSC. Man startete mit zwei Niederlagen in die Saison. Dieser unbefriedigende Auftakt gipfelte dann schließlich in den Rücktritt von Trainer Uwe Steinbrink. So endete eine große Trainerära beim OSC. Steinbrink hatte immerhin 8 Jahren und 2 Monate das Sagen beim OSC. Doch für ihn war nunmehr offensichtlich die Zeit gekommen, einem neuen Coach die Verantwortung zu übertragen. Nur eine Woche später präsentierte der Vorstand mit Achim Schürmann einen neuen Verantwortlichen auf der Bank. Schürmann übernahm das Zepter und die Spieler mussten sich erst einmal an die emotionale Gangart des ehemaligen Nationalspielers gewöhnen. Der neue Trainer kämpfte mit seinem Team bis zum letzten Spieltag gegen den Abstieg. In einem Herzschlagfinale konnte der OSC mit einem Heimsieg gegen den bereits feststehenden Aufsteiger Leichlingen einen Abstieg verhindern.

Für die neuen Saison 2008/09 strebte Achim Schürmann einen einstelligen Tabellenplatz an. Mit den Rückraumspielern Martin Wozniak und André Loschinski hatte der Trainer sein Team exzellent verstärkt. Rheinhausen konnte recht schnell die nötigen Punkte sammeln um nicht wieder bis zum Schluss um den Klassenerhalt zittern zu müssen. Am Ende der Saison landet das Team auf einem erfreulichen und nicht unbedingt erwarteten 4. Tabellenplatz.

Im Frühjahr 2009 stellten die Verantwortlichen des OSC den Marketingexperten Steffen Dauter ein, der dafür sorgen sollte, dass sich der Sponsorenpool des OSC rapide vergrößerte .

Was dann in der sechsten Regionalligasaison 2009/10 beim OSC passierte, ging schließlich in die Geschichte ein. Mit der Verpflichtung des ehemaligen Nationalspielers Mirco Bernau und des Korschenbroicher Talents Lukas Esser wurde das Team individuell enorm aufgewertet.
Lange Zeit spielte der OSC oben mit und übernahm im Saisonverlauf mehrfach die Tabellenführung in der Regionalliga. In einer sehr ausgeglichenen Mannschaft war André Loschinski der erfolgreichste Torschütze. Vor dem letzten Spieltag stand der OSC gemeinsam TuS Wermelskirchen an der Tabellenspitze. Die Bergischen hatten jedoch das bessere Torkonto und mit einem Heimerfolg gegen Schalksmühle hätte der TuS Alles klar machen können. Rheinhausen war am besagten 8. Mai 2010 bei Bayer Dormagen 2 zu Gast und wollte auch seine kleine Aufstiegschance nutzen. Und dann geschah wirklich ein kleines Handballwunder. Unterstützt von 500 mitgereisten Fans konnte der OSC Rheinhausen am Ende jubeln. Wermelskirchen patzte gegen Schalksmühle und nach dem eigenen 40:32 Erfolg brachen beim OSC alle Dämme. Der OSC stieg nach 13 Jahren wieder in die Bundesliga auf.

Vergrößerung anzeigen - Wird in einem neuen Fenster angezeigt. Am 9. Mai 2010 stieg der OSC Rheinhausen in die 2. Bundesliga auf ( Foto F. Loße)



Große Freude und Erwartungen herrschten bei den Rheinhauser Fans mit Blick auf den Start der Saison 2010/11 in der 2. Handball Bundesliga. Zur offiziellen Saisoneröffnung war im August das Bundesliga Spitzenteam aus Mannheim zu Gast. Die Rhein Neckar Löwen reisten mit allen Weltklassespielern in ihren Reihen in Rheinhausen an und es wurde auch ein richtiges Handballfest in der Halle Krefelder Straße. Und nur eine Woche später ging es für den OSC gegen den Bundesligaabsteiger HSG Düsseldorf bereits um Meisterschaftspunkte. Zwar verlor der OSC knapp, konnte dann aber in den folgenden Spielen für Furore sorgen. Nach dem Überraschungscoup in Korschenbroich und drei Heimerfolgen in Serie konnte sich der OSC Rheinhausen im Mittelfeld der Tabelle festsetzen.

Schnell zeichnete sich im Saisonverlauf jedoch ab, dass der Klassenerhalt in der 2. Bundesliga für die meisten Teams zu einem heißen Kampf werden würde. Schließlich musste die Hälfte der Mannschaften absteigen, da es aufgrund der Ligareform ab der Spielzeit 2011/12 nur noch eine eingleisige 2. Bundesliga geben sollte.

Nach dem erfreulichen Start landete der OSC mit nur zwei Siegen in der Rückrunde schließlich auf dem viertletzten Tabellenplatz, der in dieser Saison leider nicht für den Kassenerhalt ausreichte.

In der Saison 2011/12 war der OSC Rheinhausen schließlich wieder in der 3. Liga angekommen. Die ehemalige Regionalliga wurde 2010 unter Regie des DHB in „3. Liga“ umbenannt.

Nach einem mässigen Saisonstart räumte OSC Trainer Achim Schürmann Mitte November 2011 freiwillig seinen Stuhl. Schürmann hatte bei seinem Heimatverein immerhin vier Jahre als Coach das Sagen.

Nur zwei Wochen später, Anfang Dezember 2011, präsentierten die Verantwortlichen auf der Trainerposition eine Überraschung, mit der wohl nur die wenigsten Experten gerechnet hätten. Jörg Förderer verließ kurzfristig Ligakonkurrent Bayer Uerdingen und hatte fortan an der Krefelder Straße das Sagen.

Förderer spielt schon Mitte der 90er Jahre im Bundesligateam des OSC Rheinhausen und kannte sich in Rheinhausen bestens mit dem Umfeld und den Gegebenheiten aus. Nach einer guten Rückrunde belegte sein Team schließlich den 10. Tabellenplatz.

Im zweiten Jahr nach dem Zweitligaabstieg, der Saison 2012/13, erlebten die Rheinhauser Fans schon vor dem eigentlichen Saisonstart ein absolutes Highlight. Zur Saisoneröffnung war der Champions Halbfinalist 2012, die Füchse Berlin, in Rheinhausen zu Gast. Es war eine tolle Veranstaltung und die zahlreichen Handballanhänger hatten an diesem Tag alle einen Riesenspaß. Was Keiner wusste, es sollte der vorerst letzte Auftritt eines Handball Spitzenteams in Rheinhausen bleiben.

Zu Beginn der Rückrunde gab es für die OSC Fans dann die überraschende Nachricht, dass der OSC Rheinhausen zusammen mit den Sportfreunden Hamborn 07 eine neue Spielgemeinschaft gründen wollte.

Nach unzähligen und langen Diskussionen in Sponsoren- und Fankreisen, in denen teilweise auch sehr emotional argumentiert wurde entschlossen sich die Verantwortlichen beider Vereine unter dem Namen „SG OSC Löwen Duisburg“ ein neues Projekt anzugehen, welches am 1. März 2013 dann auch offiziell gegründet wurde.

Von den vielen, heftigen Diskussionen im Umfeld ließ sich das Team um Trainer Jörg Förderer auf dem Spielfeld allerdings nicht sonderlich beeindrucken. Mit Überraschungssiegen gegen Wilhelmshaven und in Dormagen, belegte der OSC Rheinhausen schlussendlich einen nicht erwarteten 5. Tabellenplatz.

Am 9. Mai 2013 sollte mit dem letzten Saisonspiel und dem 33:29 Heimsieg gegen ART Düsseldorf die 42jährige Handball Geschichte unter dem Namen „OSC 04 Rheinhausen“ vorerst beendet sein .

Von 1971 bis 2013 erleben die zahlreichen und treuen Handballfans am linken Niederrhein viele Auf- und Abstiege des Traditionsvereins. Sie werden ihr neuformiertes Team weiterhin treu unterstützen, denn schließlich bleibt der Heimspielort in der Rheinhausener Sporthalle an der Krefelder Straße erhalten .

Ende August 2013 startete die neue Spielgemeinschaft SG OSC Löwen Duisburg dann in die Drittliga Saison 2013/14...

Stand Februar 2014 von Frank Loße